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Portrait


WILLKOMMEN IN WIL ZH

So häufig es den Dorfnamen Wil auch gibt; kein Wil hat derart markante Wahrzeichen wie unser Wil im Kanton Zürich. Wil ZH liegt in der früheren Kornkammer, im Rafzerfeld: unsere Kirche wacht über das gesamte Gebiet, unser Wald schützt uns vor heftigem Westwindwetter und speichert uns das begehrte Trinkwasser, und die gewaltigen Kiesgruben versorgen den ganzen Kanton mit hochwertigem Kies.

DAS RAFZERFELD – VON DER KORN- ZUR KIESKAMMER

Als Rafzerfeld bezeichnet man die grösste Ebene des Kantons Zürich. Die vier Rafzerfeldergemeinden Rafz, Wil ZH, Hüntwangen und Wasterkingen sind von alters her ausgesprochene Rebgemeinden, die sich in den windgeschützten Nischen angesiedelt haben.

Die Stadt Zürich erwarb vom 15. bis 17. Jahrhundert das Rafzerfeld, das lange Zeit als begehrte Kornkammer galt. Die Kiesböden eigneten sich ausgezeichnet als Ackerland und tun das natürlich auch heute noch. Das weite Feld ist ideal für den Anbau von Getreide, Kartoffeln, Raps, Zuckerrübe, Mais und Kunstwiesen. Um die Dörfer liegen Baumgärten und Obstkulturen, am Hang gedeihen Reben und Beeren, an Steilhängen erstrecken sich ausgedehnte Wälder.

Obwohl die Rafzerfelder Dörfer noch durchaus als Bauerndörfer zu erkennen sind, hat in den letzen Jahrzehnten ein starker Wandel stattgefunden. Schon früh in unserem Jahrhundert wurden die durch ein unglückliches Erbrecht ungemein verstückelten Fluren wieder zusammengelegt. Der Prozess der Bildung von immer grösseren und leistungsfähigeren Betrieben hält seither unvermindert an. Wies die Gemeinde Wil ZH beispielsweise 1930 noch 130 Viehbesitzer auf, sind es heute noch etwa zehn. Einige Bauern haben sich auf Weinbau und Obstkulturen spezialisiert und sie haben keine Mühe, für ihre vorzüglichen Produkte Abnehmer zu finden.

Manch einem ist das Rafzerfeld als gewichtiger Kieslieferant bekannt. Die mächtigen Kiesvorräte mit fast idealer Korngrössenzusammensetzung wurden ab 1960 zu einem beherrschenden Thema. Der Ausbau des Autobahnnetzes, der Bau von Schulen, Spitälern, Betriebs und Bürogebäuden, Wohnbauten und Kläranlagen im grossen Stil veranlasste der Kanton, zur Sicherstellung des Kiesbedarfs, im Rafzerfeld grosse Flächen als Materialgewinnungsgebiete zu bezeichnen und zur Ausbeutung freizugeben. Es entstanden gewaltige Kiesgruben welche anfänglich wieder vollständig aufgefüllt werden sollten. Aber 1978 erreichten die Rückfuhren lediglich etwa 20% des Aushubvolumens. Dank dem Ausbau guter Rückfuhrsysteme auf der Schiene sind die Rückfuhren beträchtlich angestiegen, aber sie werden keine vollständige Auffüllung ermöglichen. Ein sogenanntes Leervolumen ist unvermeidlich. Dadurch ergibt sich die Notwendigkeit, das Rafzerfeld neu zu gestalten; Landwirtschaftsflächen, Verkehrswege, Wasserschutzgebiete und Naturschutzflächen so zu legen, dass dereinst wieder ein sinnvolles Ganzes besteht.

 

Geschichte



GESCHICHTLICHER ÜBERBLICK


Obwohl die bis heute erste bekannte urkundliche Erwähnung Wils ZH auf das Jahr 1216 fällt, ist durch archäologische Zeugnisse belegt, dass seit dem Rückzug der Gletscher ca. 10'000 v. Chr. Menschen in unserer Gegend lebten. Steinwerkzeuge, Töpfergeschirr und Grabstellen zeugen davon. Seit der Römerzeit führt eine wichtige Strasse durchs Rafzerfeld und auch der Name Wil leitet sich vom lateinischen „villa“ ab, was Guts- und Herrenhof bedeutet.

In den vom Wind geschützten Nischen am besonnten Berghang des Rafzerfeldes errichteten die Alemannen ihre Siedlungen. Wil ZH war weit über das Mittelalter hinaus das bedeutendste Rafzerfelderdorf. Es besass vor dem Jahr 1200 eine eigene Kirche und einen Pfarrer. Zur Kirchgemeinde Wil ZH gehörten auch Buchenloo, Hüntwangen, Wasterkingen, der Wiler ob Eglisau, Hüslihof und Langenriet ob Rafz.

Die Klettgaugrafen von Tengen, Habsburg-Laufenburg und schliesslich von Sulz übten die Herrschaft und hohe Gerichtsbarkeit aus. Besitzer der Wiler Bauernhöfe und damit abgabenberechtigt waren Adelige und vor allem Klöster von St. Katharinental und Wettingen bis St. Blasien im Schwarzwald. Mit der Verarmung der Adeligen erwarb ab 1463 Bernhard Gradner und somit die Stadt Zürich Eglisau und das Rafzerfeld und errichtete eine Landvogtei. 1651 erwarb Zürich auch die Hohe Gerichtsbarkeit von den Herren von Sulz und legte den genauen Grenzverlauf im Rafzerfeld fest.

Damit war Wils Geschichte eng mit der des Standes Zürich verbunden. Es übernahm die Reformation 1523 und wurde vom Pfarrer und Landvogt unterwiesen und geleitet, gemäss den Gesetzen und Weisungen der gnädigen Herren in Zürich.

Nach dem Zusammenbruch der Alten Eidgenossenschaft 1798 und während den napoleonischen Kriegen litt Wil ZH unter der Besetzung durch Franzosen, Österreicher und Russen. Auch während der beiden Weltkriege war Wil ZH durch seine Grenzlage geprägt.

Wil ZH ist umgeben von einem fruchtbaren Landwirtschaftsgebiet mit ebenen und durchlässigen Böden - geeignet für den Ackerbau - sowie besonnten Rebhängen. Viehwirtschaft, Obst- und Beerenkulturen und ausgedehnte Wälder prägten eine ausgesprochen arbeitsame und fleissige Bauernbevölkerung, die mit ihren handwerklichen Nebenberufen weitgehend Selbstversorger war. Von Bedeutung war die Strohflechterei als Heimarbeit. Wer keine Arbeit im Dorf fand, musste lange Arbeitswege inkauf nehmen oder wegziehen. 1897 wurde das Rafzerfeld ans Eisenbahnnetz angeschlossen und seit 1990 der Verkehrsverbund eine gute Busverbindung gebracht hat, geht die Entwicklung vom Bauerndorf zum ländlichen Wohndorf mit den gepflegten Einfamilienhausquartieren weiter.

Seit ab 1960 Kieswerke die gewaltigen Kiesfluren abbauen, ist der Name Wil ZH weit herum bekannt geworden. Die starke Umwandlung der Landschaft soll durch eine sorgfältige Wiedergestaltung in gute Bahnen gelenkt werden.



Die gesamte Geschichte über Wil ZH "ein Bauerndorf aus dem Rafzerfeld" kann in der Gemeindechronik nachgelesen werden. Preis Fr. 45.00 (+ Fr. 5.00 Porto)